Rohfaser in der Hühnerernährung

Wenn Dir der Begriff Rohfaser überhaupt nichts sagt und Du innerlich schon etwas verzweifelt bist, weil Du nicht gedacht hast, dass Hühnerhaltung manchmal kompliziert ist, dann ist dieser Artikel für Dich. In diesem Artikel erfährst Du was Rohfaser überhaupt ist und warum Deine Hühner es Dir danken werden, wenn Du ausreichend davon anbietest.

Abgebildet sind schwarze Hühner die an einem Luzerneballen picken. Im Textfeld steht: "Rohfaser in der Hühnerernährung".

Rohfaser in der Ernährung von Hühnern

Die Rohfaser setzt sich aus vielen verschiedenen Substanzen zusammen, die in der Pflanze vorhanden sind. Es handelt sich dabei nicht um nur einen bestimmten Inhaltsstoff, sondern setzte sich aus vielen verschiedenen Bausubstanzen für die Zellwand der Pflanze zusammen. Dazu gehören z.B. Cellulose, Hemicellulose, beta-Glucane und noch viele mehr. Wenn Du keinen dieser Begriffe kennst ist das absolut unproblematisch. Merk dir einfach: 

Die Rohfaser besteht aus einigen Substanzen, welche in Zellwänden von Pflanzen zu finden sind.

Diese Substanzen sind unlöslich. Würdest Du Dein Hühnerfutter z.B. mit Säure und Lauge behandeln, ist das, was danach noch übrig bleibt Deine Rohfaser. Aber keine Sorge, die Gehalte stehen auch auf der Verpackung bzw. es gibt Labore, die Dir den Rohfasergehalt auswerten können. Spoiler: Häufig reicht den Hühnern die Rohfaser im Futter nicht aus und man sollte diese zusätzlich anbieten. 

Die Rohfaser ist nicht essentiell und doch notwendig für Hühner

Im klassischen Sinne ist die Rohfaser kein essentieller Nährstoff für das Huhn. Und doch benötigt es diese und zeigt Verhaltensauffälligkeiten, wenn diese nicht vorhanden ist. Doch zu allererst kommen wir auf die positiven Einflüsse der Rohfaser. Davon gibt es sehr viele!

Wird diese bereits in der Kükenaufzucht angeboten, so dankt das Huhn mit der Ausbildung eines stärker entwickelten Verdauungstraktes und einem größeren Magen. Letzterer ist besonders wichtig, für Hühner, die viele Eier legen. Bei diesen kann es dazu kommen, dass sie nicht ausreichend fressen können um ihren Bedarf zu decken, da der Magen zu klein ist. Die Rohfaser hat einen positiven Einfluss auf das Fassungsvermögen und die Muskelmagenaktivität.

Auf dem Foto steht das Zitat: "Die Rohfaser hat einen positiven Einfluss auf das Fassungsvermögen des Hühnermagens und dessen Aktivität."

Auch der Einfluss auf den Darm und sein Mikrobiom sind nicht zu unterschätzen. Für alle die sich da nicht so gut auskennen: Das Mikrobiom setzt sich aus verschiednen Mikroorganismen zusammen und beinhaltet Bakterien, Archaeen, Viren, Pilze und Protozoen. Diese beeinflussen z.B. den Stoffwechsel und das Immunsystem in dem Lebewesen, in dem sie selbst leben.

Eins steht fest. Ohne Mikrobiom könnten weder wir noch die Hühner leben, weshalb es gut ist dieses zu stärken und zu fördern. Und genau das macht die Rohfaser beim Huhn. Sie stabilisiert die Verdauung und begünstigt die Entwicklung des Mikrobioms im Darm. Durch die Unterstützung der Darmgesundheit profitieren die Mikroorganismen und die Konsistenz des Kotes wird optimiert. 

In umgekehrter Weise bedeutet das natürlich auch, dass ein Mangel an Rohfaser diese postitiven Effekte nicht hervorheben kann und Hühner „echt grantig“ werden können.

Federfressen und Federpicken beim Huhn als Anzeichen für einen Rohfaser Mangel

Einmal vorweg: Federpicken kann sehr viele Uhrsachen haben. Manchmal braucht es auch mehrere Faktoren, bis es auftritt. Auch die Rasse und das Individuum haben einen Einfluss darauf. Einer dieser möglichen Faktoren kann aber auch der Mangel an Rohfaser sein. Das Futter bietet nicht immer genug Rohfaser und Hühner lieben es in hohem Gras zu picken und damit das Bedürfnis der Nahrungssuche zu erfüllen. Dabei nehmen sie ganz natürlich auch Rohfaser auf. Bei den allermeisten Hühnerhaltern, haben die Hühner im vergangenen Winter der Wiese jedoch den Gar ausgemacht. Wo es einmal grün war herrscht nun eine Staubwüste. Kommt dir das bekannt vor? Unter diesen Umständen können deine Hühner natürlich nicht ausreichend Rohfaser zu sich nehmen. Das erste Anzeichen für einen Mangel ist das Fressen von Federn in der Einstreu. Sind dann keine mehr vorhanden, werden diese direkt vom Artgenossen raus gezupft. Schon ist es da: das gefürchtete Federpicken. Du kannst dieses verhindern oder bekämpfen, indem Du rohfaserhaltiges Futter anbietest. Das können z.B. Äste mit Blättern von einem Baum sein oder Löwenzahn aus dem Vorgarten. Ungeeignet ist aus verschiedenen Grünen Rasenschnitt. Wenn Du so etwas nicht hast, dann kann ich dir folgende Produkte empfehlen, die ich auch selbst verwende:

  1. Luzerneballen*
  2. Hafer oder Dinkel mit Spelzen. Alternativ geht auch anderes Getreide*. 

Denk aber unbedingt daran, gemeinsam mit rohfaserhaltigem Futter auch Magensteine anzubieten, damit diese bei der Zerkleinerung helfen können. Sollte Dir das nichts sagen, dann schau unbedingt beim Artikel über Grit und Magensteine vorbei.

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