Impfungen in der Kuekenaufzucht

Das Frühjahr ist die perfekte Zeit um mit der Kükenaufzucht zu starten. Viele fangen mit ein paar Bruteiern an und machen ihre ersten Erfahrungen. Einige sind aber auch schon erfahrene Züchter und ziehen jedes Jahr mehrere hundert Küken auf, um die schönsten für die Ausstellungen zu finden. Auf der anderen Seite gibt es aber auch hoch professionelle Aufzuchten, die Junghennen für die Landwirtschaft großziehen. Auf letztere sind aktuell die Impfeinheiten ausgelegt, denn diese fangen meist erst bei 1.000 Impfdosen und manchmal auch bei 2.000 Impfdosen an.

Warum impft man Küken in der Aufzucht

Es gibt Krankheiten, die sich auch mit einem guten Hygienemanagement in der Kükenaufzucht verbreiten können. Damit Du gesunde Küken und Jungtiere hast, solltest Du Dich mit dem Thema Impfen einmal beschäftigen.

Wann macht die Impfung von Küken Sinn

Zunächst muss man unterscheiden zwischen Pflicht-Impfungen und Nicht-Pflicht Impfungen. Bei Pflichtimpfungen gibt auch keine Ausnahmen.

Pflichtimpfungen

Für jeden Hühnerhalter ist die Impfung gegen die Newcastle-Krankheit gesetzlich vorgeschrieben. Dies steht in §7 Absatz 1 der „Vorschriften der Geflügelpest-Verordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 20. Dezember 2005“. Wer sich ganz genau informieren möchte, dem empfehle ich die „Stellungnahme zur ND-Pflichtimpfung von Geflügel in Hobbyhaltung“ (externer Link zu einem PDF). Den Newcastle Impfstoff kannst Du ganz einfach über einen Geflügel-Zuchtverein aus deiner Nähe beziehen. Die meisten Vereine geben den Impfstoff gegen eine kleine Gebühr auch an Nicht-Mitglieder ab.

Es gibt aber noch eine weitere Impfung, die verpflichtend für Aufzuchtbetriebe mit mehr als 350 Junghennen für die Konsumeiproduktion ist: Die Impfung gegen Salmonellen Enteritidis. Nachzulesen in der Geflügel-Salmonellen-Verordnung – GflSalmoV (externer Link). 

Für private Haltungen mit wenigen Küken, ist diese Impfung jedoch nicht verpflichtend.

Nicht-Pflicht-Impfungen

Es gibt einige Impfungen, die zwar nicht Pflicht aber sinnvoll sind, wenn Du Rassegeflügel züchten oder Bruteier deiner Gartenhühner an Andere abgeben möchtest. Es gibt einige Krankheiten, die man nicht mehr los wird, wenn man sie einmal hat. Zusätzlich gibt es Krankheiten, die im Brutei an die Nachkommen übertragen werden. Da reicht die Desinfektion des Bruteis nicht aus. Für die Aufzucht von Küken in landwirtschaftlichen Aufzuchten wird neben den beiden Pflichtimpfungen noch gegen folgende Krankheiten geimpft:

  • Mareksche Krankheit
  • Kokzidiose
  • Infektiöse Bronchitis
  • Gumboro
  • Infektöse Laryngotrachetitis
  • Mykoplasmose
  • Aviäre Enzephalomyelitis
  • Aviäre Pneumovirusinfektion
  • Egg-Drop-Syndrom

Es machen nicht immer alle Impfungen Sinn und meine Empfehlung ist es, dass Du Dich mit einem Geflügel-Tierarzt oder dem Tiergesundheitsdienst (TGD) in Verbindung setzt um die Impfungen für deine Hühnerzucht zu besprechen. Solltest Du so ländlich wohnen, dass mit einem vertretbaren Zeitaufwand kein Tierarzt zu erreichen ist, dann kann ich dir wärmstens die Online-Tierarztpraxis von Dr. Eva-Maria Casteel aka. befluegelt.vet empfehlen.

Kosten der Impfungen für die Kükenaufzucht

Um gegen all diese genannten Krankheiten zu impfen, solltest Du mit ca. 800 – 1.000 € rechnen. Deshalb werden die Impfungen auch häufig nicht durchgeführt. Die Kosten stehen nicht im Verhältnis, wenn man nur 10 Küken hat. Für Züchter möchte ich jedoch ein paar Impfungen besonders hervorheben, da die Weitergabe von gesunden Bruteiern und Küken hier sehr wichtig ist.

Die (meiner Meinung nach) lästigsten Krankheiten in der Kükenaufzucht

Es gibt ein paar Krankheiten, die absolut lästig sind. Sowohl für Züchter:innen als auch für Hobby-Hühnerhalter, die die Bruteier ausbrüten wollen.

Mareksche Krankheit

  • Diese kann zu einer Kükensterblichkeit von 50 % führen und zu Lähmungen erwachsener Hühner. Hier geht es zur Vertiefung über die Mareksche Krankheit im Bereich Fachbegriffen.

Kokzidiose

  • Sie kann zu blutigem Durchfall und einer hohen Sterblichkeiten führen. Der Fachbegriff wird in Kürze erklärt.

Infektiöse Bronchitis

  • Es kann zu Problemen mit den Atemwegen oder der Niere kommen. Bei Legehennen kommt es zu Veränderungen am Legedarm, weshalb es zu Leistungsdepressionen und falschen Legerinnen kommen kann. Auch deformierte Eier sind Anzeichen für eine Infektiöse Bronchitis. Während Du auf den ausführlichen Beitrag über die Infektiöse Bronchitis wartest, kannst Du Dir schon mal den Fachbegriff Falsche Leger durchlesen.
Abgebildet ist ein Huhn mit einer Sprechblase auf der steht, dass nicht zu sehen ist. Denn eine falsche Legerin legt keine Eier. Wenn du mehr erfahren möchtest, geht es hier zum Beitrag.

Mykoplasmose

  • Bei der Infektion mit Mykoplasmen erkrankt der Respirationstrakt der Hühner. Es kommt zu Atembeschwerden, Nießen, Krächzen, Augen- und Nasenausfluss. Der Fachbegriff wird in Kürze erklärt.

Salmonellose

  • Es gibt die spezifische und unspezifische Salmonellose. Besonders relevant ist die unspezifischen Salmonellosen, da sie auch Zoonosen sind und daher über Lebensmittel auf den Menschen übertragen werden. Der Fachbegriff wird in Kürze erklärt.

Folgen von fehlendem Impfschutz in der Kükenaufzucht

Die Impfungen sind neben einer guten Hygiene im Stall sehr wichtig um gesunde Küken aufzuziehen. Manche Erkrankungen, wie die Mykoplasmose, schleichen sich heimlich in den Bestand ein. Kommen dann andere Erkrankungen oder Stresssituationen hinzu, zeigen diese Erkrankungen plötzlich noch zusätzlich, dass sie vorhanden sind. Deshalb solltest Du über die Impfungen in Ruhe nachdenken und sie mit Deinem Tierarzt oder Deiner Tierärztin besprechen. Eine besondere Verantwortung für die Tiergesundheit hast Du, wenn Du Bruteier, Küken oder Junghennen abgibst. Sowohl Deine Zuchttiere, als auch deren Nachkommen, sollten über einen ausreichenden Impfschutz verfügen. Für gesunde Jungtiere sind viele Hühnerhalter auch bereit etwas mehr zu bezahlen.

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