Hähne in der Nachbarschaft – Geht das?

Einige sehr häufig gestellte Fragen gehen um Hähne. Vor allem interessieren sich Hühnerhalter:innen in städtisch geprägten Wohngebieten für die Möglichkeiten der Hahnenhaltung. Auf dem Land ist die Haltung von Hähnen meistens kein Problem aber in der Stadt sieht das oft anders aus.

Erstmal zur erfreulichen Nachricht: Hühner zählen nicht nur zu den Nutztieren, sondern auch zu den Kleintieren und dürfen in Wohngebieten gehalten werden. Als Faustregel kann man sagen, je ländlicher du wohnt, desto besser kannst du die Hühnerhaltung umsetzten. Aber nur weil es nicht verboten ist, heißt das nicht automatisch, dass es keinen Ärger mit den Nachbarn gibt.

Mein Tipp: Prüf im Flächennutzungsplan in welchem Gebiet du wohnst. Es gibt reine Wohngebiete, Mischgebiete und gewerbliche Gebiete.

Hähne in der Nachbarschaft – Geht das?

Wenn der Traum vom Hahn zum Alptraum deiner Nachbarn wird.

Im Wohngebiet und generell gilt das Gebot der Rücksichtnahme. Solltest du einen Hahn in deinem Garten halten, der sehr viel und vor allem auch nachts sehr laut kräht, dann ist dies eine Lärmbelästigung für deine Mitmenschen in der Umgebung. Diese müssen sich schlaflose Nächte nicht gefallen lassen und können gegen deinen Hahn klagen. Mittlerweile gibt es auch einige Gerichtsurteile die Krähzeiten und Krähpausen zur Mittagszeit entschieden haben. Diese Verhandlung möchte ich ehrlich gesagt nicht mit meinem Hahn führen und ich empfehle einem Rechtsstreit, wenn möglich, aus dem Weg zu gehen.

Mein Tipp: Häufig hilft es in der Kommunikation den Quälgeist vorzustellen

Abgebildet bin ich mit einem Hahn und ein Textfeld. Auf dem Textfeld steht: Der Traum vom eigenen Hahn. Was geht und was nicht.

Meine Hühnergeschichte:

Folgendes Foto ist im Garten meines Nachbarn entstanden.

Mein Hahn Quasimodo hat bei meinen Nachbarn für viele schlaflose Nächte gesorgt.

"Quasimodo" hielt im Sommer meine Nachbarn ganz schön auf Trab. Auch wenn sich nie jemand offiziell beschwert hat, so wusste ich, dass einige Nachbarn ab 4 Uhr nicht mehr einschlafen konnten, wenn er sie erstmal geweckt hatte. Ich war sehr erstaunt aber auch dankbar, dass mein Nachbar bestürzt darüber war, als ich Quasimodo abgegeben habe. Er hatte Sorge er wäre jetzt Schuld an dessen Auszug. Ich konnte ihn beruhigen. Quasimodo ist zu einer Freundin umgezogen, da das Gefieder meiner Hennen zu stark unter seiner Liebe gelitten hatte. Aber natürlich hoffe ich, dass meine Nachbarn fortan besser schlafen können. Für meinen neuen Hahn habe ich den Stall optimiert, sodass trotz Hahn alle Nachbarn schlafen können.

So kannst du dir dein Leben und das deiner Nachbarn leichter machen kannst.

Beschweren sich deine Nachbarn bei dir wegen des Hahnes, dann solltest du dies immer ernst nehmen. Leider warten viele Nachbarn viel zu lange mit der Beschwerde und die Gemüter sind in der Thematik schon sehr erhitzt. Dazu muss es nicht kommen. Am besten beziehst du deine Nachbarn in die Planung von Anfang an mit ein. Sprich mit deinen direkten Nachbarn über deine Pläne und ganz wichtig: Nimm ihre Sorgen und Ängste ernst. Deine Nachbarn haben auch ein Bedürfnis nach (Nacht-)Ruhe in ihrem Zuhause. Überleg dir am besten schon im Vorhinein, was du tun kannst um die Lärmbelästigung so gering wie möglich zu halten und finde gemeinsam mit deinen Nachbarn Lösungen. Denk auch daran Zugeständnisse und Abstriche zu machen. Du möchtest ja in die Privatsphäre von anderen eingreifen.

Beziehe deine Nachbarn von Anfang an mit ein und nimm ihre Sorgen ernst. Gemeinsam könnt ihr mit Sicherheit eine Lösung finden.

2 Tipps für die Reduktion des Lärms durch deinen Hahn

Der Schlüssel ob du einen Hahn halten kannst ist zum einen was für ein Hahn das ist und wie gut dein Hühnerhaus isoliert ist. Wenn du keine Hühner züchtest und die Rasse des Hahnes egal ist, empfehle ich dir einen Zwerghahn. Er kräht meistens nicht so laut wie seine größeren Artgenossen aber macht trotzdem Spaß. Achtung: Ausnahmen bestätigen die Regel. Also Augen auf beim Hahnenkauf. Abraten würde ich dringend von allen Rassen mit dem Wort „Kräher“ im Namen. Der Name ist Programm.

Wenn Du Geräusche durch die Hühner reduzieren möchtest, dann solltest du deinen Stall möglichst gut isolieren. Ein großer Schwachpunkt deines isolierten Stalls ist jedoch die Lüftung. Diese transportiert nicht nur Luft, sondern auch den Schall. Bei einem kleinen Stall kannst du auf eine Lüftung nicht verzichten. Je größer der Stall ist bei gleichbleibender Hühneranzahl, desto eher kannst du darauf verzichten. Wenn du darüber nachdenkst etwas Schall schluckendes anzubringen, dann empfehle ich dir als einfaches Hilfsmittel Eierhorden. Diese kannst du an Decken und Wänden anbringen und sind günstig. Denk aber daran diese mit einem Gesteinsmehl einzusprühen oder zu pudern, damit Milben keine Chance haben dahinter ihre Nester anzusiedeln.

Unterstütze Halter von Hähnen mit dieser Petition

Wenn du auch ein Fan von Hähnen bist, dann solltest du dir unbedingt die Petition „Ortsübliche Emissionen des Landlebens als kulturelles Erbe schützen“ anschauen. Unter dem Motto „Landleben soll Landleben bleiben dürfen“ sollen das Krähen von Hähnen und das Glockenläuten von Kühen geschützt werden. Allzu häufig passiert es leider, dass Zugezogene aus der Stadt Tierhalter wegen der ländlichen Emissionen verklagen. Dem soll mit dieser Petition entgegengewirkt werden.

 

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7 Kommentare

Leider kräht der Hahn von dem Nachbarn viel zu laut und zu ungewohnter Zeit. Schon gegen 5. uhr morgens und sogar an den Wochenenden. Der wird hinter einer Hauswand gehalten zwar in einem Stall, trotzdem hört man ihn immer wieder zu den Zeiten. Und er hat auch keine Möglichkeit zur Futter suche, da fliegt der auch schon mal übern Zaun auf futter suche. Und man fühlt sich belästigt dadurch. Weil die Hühnerhaltung in einem Wohngebiet ist.Die anderen Nachbarn fühlen sich auch dadurch bestimmt auch belästigt. Was sollte man tun dagegen?

Oertel 02 Dezember, 2022

Das Thema wird mittlerweile dank einer Bundestatsinitiative Bayerns im Bundesrat diskutiert.
Die Petition wurde mit über 70.000 Unterschriften im Bundestag (Petitionsausschuss) eingereicht und wird dort derzeit noch geprüft.

Die gegenseitige Rücksichtsnahme ist in den meisten Fällen bereits gegeben, da die Tiere nachts im Stall sind und von den Hühnerhaltern auch erst gegen 8.00 Uhr rausgelassen werden können. Am Tag herrscht so viel anderer wirklicher Lärm, der komischerweise eher toleriert wird. Der Hahn ist dann leider oft nur das Ventil allen Alltagsstress und es wird sich auf sein Krähen fokussiert, obwohl es in Lautstärke und Häufigkeit mit dem Bellen eines Hundes vergleichbar ist.

Besonders im ländlichen Raum und auch alten gewachsenen Ortskernen, in denen noch vor 60 Jahren in jedem Hof ein Hahn kräht, sollte dieses Sinneserbe und der hierdurch geprägte Dorfcharakter erhalten bleiben.

Da die Tiere in der Regel nachts auch schlafen wollen, da sie tagaktiv sind, lässt sich durch einen geschützten, gemauerten Stall die Emission in der Nacht (22-6 Uhr) auf unwesentliche Geräusche minimieren.

Alles weitere am Tag sollte als Kulturerbe geschützt sein und unsere Orte und das Leben unserer Nachkommen weiter prägen dürfen.

Silvia Stengel 15 Oktober, 2022

Für mich ist nicht der krähende Hahn das Problem, sondern die Hühner des Nachbarn in unserem Garten. Sowohl auf dem gepflasterten Weg zum Haus als auch in Rasen und Gemüsebeeten hinterlassen die Tiere ihre Kothaufen. Dazu scharren sie in Beeten, gemulchten Baumscheiben und Rabatten. Nach einer Woche im Urlaub mussten wir auf dem Weg im Zickzack laufen, um dem Hühnerdreck auszuweichen.
Die Hinweise an die Nachbarn werden von diesen ignoriert.

Klaus Peetz 15 Oktober, 2022

Ich leide seit Jahren sehr stark unter zwei Hähnen in der Nachbarschaft, die sich jeden Morgen schon vor Sonnenaufgang einen Krähwettbewerb liefern. Keiner der Nachbarinnen ist einsichtig, obwohl wir hier in der Stadt in einer Reihenhaus-Siedlung nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme gut leben können. Nun habe ich eine Rechtsanwältin eingeschaltet, mir bleibt nur der Weg der Klage, wenn mir meine Gesundheit lieb ist. Ich hätte das sehr gerne anders gelöst!

Susanne 16 September, 2022

Leider finden immer weniger junge Bauwillige es schön, in der Nachbarschaft einen lautstarken HaHn sowie gackernde Hühner zu haben! Trotz der günstigeren Bauplätze in ländlichen Gebieten, kommen leider im er weniger junge Menschen auf das Land, um dort zu leben! Dies liegt nicht nur am Fehlen einer bürgerfreundlichen und umweltschonenderen Infrastruktur, auch fehlende gut bezahlte Arbeitsplätze sind nicht vorhaben . Zudem wird das Land anscheinend auch als Muellplatz, Sondergebiete für Naturschutz sowie Wasserschutzgebiete ohne finanziellen Ausgleich oder den Ausbau der Infrastruktur genutzt. Für alles, was man in der Stadt nicht möchte, muss das Land hergeben! Wo ist hier die Chancengerechtigkeit und die im GG. Geschützte

Hellwig 12 August, 2022

Ja, es ist nicht leicht mit einem Hahn! Ich habe mir letzten Sommer 3 Küken (Seidenhühner) angeschafft und es sind inzwischen 2 Hühner und ein Hahn. Leider gibt es einen Nachbarn, der damit gar nicht umgehen kann, so dass ich mich entschieden habe den Hahn wieder abzugeben. Vielleicht gibt es auf diesem Wege ja jemanden der einen hübschen weißen Zwerghahn haben möchte.

Vera Römermann 14 März, 2022

Huhu, bei mir kommt im Sommer der Hahn in den Keller und im Winter in die Garage.
So können meine Nachbarn und ich gut schlafen🙋‍♀️

Christine 05 Dezember, 2021

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